Die Imagingbranche zu Corona-Zeiten – eine Krise solchen Ausmaßes kannten wir bisher nicht.

Wir fassen kurz zusammen: Die Hersteller verschieben die Einführung neuer, bereits angekündigter Produkte. Vor allem deshalb, weil die Zulieferketten gerissen sind. Der stationäre Handel hat geschlossen, Amazon aber nicht. Das ist besonders brisant, da die Kosten des Fachhandels praktisch in vollem Umfang weiterlaufen. Kurzarbeit und KfW-Kredite sind da eher theoretische Trostpflaster als konkrete Problemlöser.

Das Coronavirus trifft auch die Imagingbranche hart. Foto: Pixabay
Das Coronavirus trifft auch die Imagingbranche hart. Foto: Pixabay

Wenn der Blick nach vorne trübe ist, bemüht man sich lieber um die Früchte von gestern.

Das tut beispielsweise die United Imaging Group: Der Umsatz der UIG betrug im Jahr 2019 379,5 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Umsatzplus von 82 Millionen Euro beziehungsweise 27,6 %, so die Kooperation. „Damit war 2019 nunmehr das sechste Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus in Folge und das umsatzstärkste Geschäftsjahr seit Gründung der Kooperation,“ steht in der Pressemitteilung. Das irritiert dann doch – sechstes Jahr in Folge? Gibt es die UIG nicht erst seit knapp einem Jahr?

Selbständige Fotografinnen und Fotografen könnten und dürften zwar arbeiten, es gibt aber so gut wie keine Aufträge. Hochzeiten? Abgeblasen und verboten. Kinder- und Schulfotografie, Paßbilder? Dito. Fashion- und Werbeproduktionen? Kein Denken dran, Reisen ist „Mission impossible“. Die Konsequenz: Wer keine Rücklagen hat, sollte sich um einen Lagerjob in einer Lebensmittelkette kümmern. Und beispielsweise beim BFF nachlesen, was geht und was nicht.

Nachdem alle Messen rund um den Globus ihre Veranstaltungen abgesagt oder verschoben haben, fallen aktuell horizonte Zingst und auch die photokina im Mai aus. Letzteres haben alle, mit denen wir über das Thema gesprochen haben, auch so erwartet. Allerdings viel früher. Als neuer Termin wird Mai 2022 genannt. Und auch wenn wir bis dahin keine Leitmesse mehr haben sollten – die Branche wird nicht ohne Richtung und Führung sein. Aber eben anders als vorher.

Spannend und spekulativ zugleich ist der Ausblick auf die Post-Corona-Zeit.

Experten gehen davon aus, dass wir mindestens im April und Mai noch mit erheblichen Einschränkungen rechnen müssen. Für „danach“ heißt das:

  • Die Hersteller werden relativ schnell zur Normalität zurückkehren, sobald die Produktions- und Lieferketten wieder vollumfänglich geschlossen sind. Und das geht erfahrungsgemäß sehr schnell, da China als zentrale Schlüssel-Nation ein hochgradiges Interesse an weiterem dynamischem Wachstum hat.

  • Der stationäre Fotofachhandel wird durch die Krise erheblich ausgedünnt. Experten schätzen, dass mindestens 20 Prozent der Händler eine mehrmonatige Schließung wirtschaftlich nicht überleben werden.

  • Für die Dienstleistungen der Fotografinnen und Fotografen sieht es da deutlich freundlicher aus: Nach dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ werden die meisten Produktionen, Hochzeiten und Events zeitnah nachgeholt.

  • Und die Messen und Veranstaltungen? Es wird einen Schnitt geben. Hin zu neuen Formaten, Konzepten, Experience-Events.

Nach Corona wird auch die Imagingwelt eine andere sein als vorher.  Doch das muß nicht in jedem Punkt ein Nachteil sein.


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